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Festakt
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    Historische Urkunde aus dem Jahr 1213

     

    Festakt „800 Jahre Dessau“

    Wie Graf Heinrich I. Bier stiftete und damit die Ersterwähnung Dessaus urkundlich machte

    Eine gräfliche “Wohltat” führte dereinst dazu, dass Dessau, in jenen frühen Tagen vor achthundert Jahren noch “Dissowe” genannt, erstmals schriftlich Erwähnung fand und offiziell in die deutsche Geschichte eintreten konnte. Graf Heinrich I. von Ascharien, seines Zeichens nicht nur anhaltischer Landesherr, sondern auch begeisterter Minnesänger, zeigte sich am 4. November 1213 in einer Urkunde von seiner spendablen Seite. Er verfügte unter Zeugen, darunter einem Bertoldus de Dissowe, dass jener Teil des in Coswig gebrauten Bieres, der als Abgabe zu entrichten ist, künftig zur Pflege der Armen ausgeschenkt werden soll. An jene nämlich, „die, von verschiedenen Krankheiten erschöpft, um Christi Willen in das Hospital aufgenommen worden sind.“ Bertoldus de Dissowe, jener Bertold aus Dessau also, wurde somit nicht nur Zeuge einer Bierschenkung, sondern unwissentlich auch der Gewährsmann für die Ersterwähnung Dessaus vor genau 800 Jahren. Während der singende und ritterlich streitende Graf, von dem sogar zwei Lieder überliefert sind, in nebenstehendem Bild verewigt ist (der mit dem Wappen auf der Brust), sind besagter Bertoldus und ein gewisser Marsilius, der die Urkunde als Schreiber verfasst hatte, nur namentlich überliefert.

    Darstellung Graf Heinrichs I.Doch nicht nur die Namen der historisch Beteiligten - also Heinrich I. Graf von Ascharien, Bertoldus und Marsilius - künden aus heutiger Sicht wie von mittelalterlichem Abenteuer mit rüstigen Rittern und wehrhaften Burgfräuleins... Auch die Urkunde selbst, die ursprünglich in Wörlitz ausgestellt worden war, legte mit den Jahrhunderten eine „kleine“ Odyssee zurück, bis sie in den Bestand des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau, gelangte. Nach Coswig und Dessau waren auch Zerbst, Göttingen und Oranienbaum Stationen ihrer früheren Aufbewahrung.

    Was nun an jenem 4. November 1213 in etwa geschah, wird, im Rahmen des Jubiläumsjahres, am Montag, dem 4. November 2013 in der Marienkirche mit einer Veranstaltung gewürdigt, die um 18 Uhr öffentlich ihren Auftakt nimmt. Dann kommen Lieder desjenigen zu Gehör, der die Urkunde ausstellte und als streitbarer Ritter leidenschaftlich auch der Minne frönte. Es werden Szenen gezeigt, die die Entstehung der Urkunde auf der Bühne schauspielerisch nachvollziehen. Und die historische Urkunde selbst wird Teil des Programms sein, mit dem die achthundertjährige Geschichte Dessaus auf besondere Weise abschließend gewürdigt werden soll.

    Der Abend wird moderiert von einem Darsteller des „Bertoldus de Dissowe“, den musikalischen Part übernimmt Minnesänger „Graf Heinrich I.“, in dessen Rolle Ulf Paulsen, Sänger am Anhaltischen Theater, schlüpft. In zwei Vorträgen führen Dr. Andreas Erb (Landeshauptarchiv, Abt. Dessau) und Dr. Frank Kreißler (Stadtarchiv Dessau-Roßlau) ins Mittelalter sowie in die Urkunde ein.

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