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Kommunikationsprojekt "Stadtumbau erzählen – Bürger aktivieren" (Roter Faden)

Um die Entstehung des Landschaftszuges zu erklären und anschaulich zu machen, Interesse zu wecken und Mitverantwortung und Engagement der Bürger zu stärken und zu mobilisieren, wurde der Roten Faden als dauerhaftes Kommunikationssystem entwickelt.
EU-Bauschild Bitterfelder StraßeDie Stationen auf dem zusammenhängenden Wegeband des Roten Fadens machen den Prozess des Stadtumbaus für die Bewohner und Besucher mit dem Rad, zu Fuß oder auf Skates direkt erlebbar. Er verknüpft die neu entstehende Landschaft mit den kulturellen Höhepunkten der Innenstadt. Dort wo der Rote Faden nicht auf neuen Asphaltwegen verläuft, stellen rote Fahnen aus Metall eine visuelle Brücke dar und zeichnen den Verlauf des Wegebandes weiter. Als kulturelle Plattform bildete der Rote Faden einen wichtigen Beitrag zur IBA Stadtumbau 2010 und begleitet die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Dessau-Roßlau und ihre Besucher auch nach der Internationalen Bauausstellung.
Der Kostenrahmen belief sich auf ca. 735.000 €, in den auch EU-Fördermittel (EFRE) und Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau Ost eingeflossen sind.

Nachfolgend werden einige wesentliche Bauabschnitte näher beschrieben Diese Arbeiten wurden zwischen Oktober 2007 und Dezember 2009 ausgeführt.

Kommunikationselemente

Fahne Entwurf: NRS-Team GmbHDas auf die Aktivierung von Stadträumen spezialisierte NRS-Team aus der Schweiz entwickelte ein dauerhaftes Kommunikationssystem aus roten Fahnen mit drehbarem Oberteil. Die Wimpel können nach Bedarf mit Schautafeln oder Wegweisern kombiniert und ergänzt werden, die zu markanten Orten und Landmarken weisen. Die Fahnen und Informationsträger sind standardisierte und erprobte Elemente aus der Verkehrsraumgestaltung, die vandalismussicher und witterungsbeständig sind. Alle Teile der Fahne sind karminrot. Hergestellt wurden Sie von einer Firma aus Dessau-Roßlau. Das Oberteil wird auf den Mast aufgesteckt. Im Innenteil befinden sich zwei Lager, dadurch ist die „Fahne“ beweglich und erhält eine höhere Stabilität.
Die in Sichtbeziehung zueinander platzierten Fahnen markieren den Verlauf des Roten Fadens. Auf einer Route von ca. 7 km wurden zur Markierung dieses Geh- und Radweges 70 Fahnen aufgestellt, die mit 18 Informationsträgern und 7 Wegweisern bestückt wurden.

Bauabschnitte ehemaliger Kohlehandel und Andes-Gelände

Der Teil des Roten Fadens zwischen Bitterfelder Straße und Elisabethstraße ist in vier Bauabschnitte gegliedert. Vom Park&Ride-Parkplatz in der Bitterfelder Straße verläuft er über das Areal des ehemaligen Kohlehandels mit der neu entstandenen BMX-/MTB-Dirtstrecke und quert die Elisabethstraße. Am Alten Räucherturm vorbei führt er über das ehemalige Gelände der Fleischerei Andes und endet schließlich vor dem Bahnübergang in der Elisabethstraße.
Der Geh- und Radweg wurde in einer Breite von 2,50 m in Asphaltbauweise hergestellt. Hinzu kam ein Bankett von je 0,50 m, so dass ein Wegeband von 3,50 m entstand.
Auf dem Areal der ehemaligen Fleischerei Andes wurden 48.500 m³ umbauter Raum abgebrochen. Etwa 12.300 m² befestigte Flächen mussten zurückgebaut werden. Für den Geh- und Radwegebau wurden nochmals 700 m² Fahrbahn- und Gehwegbelag aus Pflaster aufgebrochen, 100 m³ Mauer- und Fundamentreste entfernt und ca.1.400 m³ Unterbau aufgenommen.
Um das Befahren des Geh- und Radwegs durch Fahrzeuge von der Bitterfelder Straße aus zu verhindern, mussten 13 Poller gesetzt werden. An der BMX-/MTB-Dirtstrecke bieten zwei Bänke Gelegenheit zum Verweilen.

Umbau Knoten Elisabethstraße / Bitterfelder Straße

Da die Infrastruktur in den zurückgebauten Gebieten ehemaliger Kohlehandel und Fleischerei Andes nicht mehr benötigt wird, mussten auch Verkehrsflächen wie zum Beispiel im Knotenbereich Elisabethstraße/Bitterfelder Straße reduziert werden. Der südliche Fahrbahnrand der Elisabethstraße blieb jedoch erhalten. Der nördliche Rand wurde durch das Setzen eines Bordes neu hergestellt. An diesen neuen Fahrbahnrand schließt sich jetzt ein Geh- und Radweg mit einer Breite von 2,50 m an.
Der zurück zu bauende Fahrbahnbereich bestand aus 70 m² Straßenbeton und ca. 690 m² Natursteingroßpflaster. Im vorhandenen Gehwegbereich waren 315 m² unterschiedlicher Materialien aufzunehmen (Betonstein-, Kupferschlacke-, Mosaik- und Großpflaster). Eine etwa 100 m lange Bordanlage blieb als Spur des früheren Straßenraums erhalten. Damit bleibt die Breite der alten Fahrbahn von ca. 18 bis 22 Metern sichtbar und verdeutlicht die alten Verkehrsbeziehungen.

Bereich Tivoli

Der Tivoliberg, früher Amalienhöhe genannt, ist eine kleine Erhebung aus der Eiszeit, die nach der Umgestaltung im Jahre 2009 neue Ausblicke bietet. Wer sich im Bereich des Tivoli auf den Rad- und Gehweg des Roten Fadens begibt, erhält einen Einblick in den verborgenen Artenreichtum einer Flora und Fauna, die sich in den letzten Jahrzehnten dort ungestört entwickeln konnte. Auf der Anhöhe hinter dem denkmalgeschützten Gebäude befindet sich ein Biotop. Über alten Kellergewölben entwickelte sich ohne pflegerische Eingriffe ein undurchdringliches Gehölzdickicht, welches ein Singvogelrefugium für mindestens 20 Brutvogelarten, u. a. Nachtigallen, ist. Das IBA-Thema der Stadt wurde hier in einer besonderen Weise erlebbar gemacht. Dieser Abschnitt des Roten Fadens ist ca. 97 Meter lang. Es kann auch von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen benutzt werden.
Auf dem Gelände des Tivoliberges mussten ca. 295 m² versiegelten Bodens aufgebrochen und abtransportiert werden, Fragmente einer Treppe blieben als Spuren erhalten. Die Deckschicht des Weges wurde aus ca. 326 m² Asphaltbeton hergestellt. Insgesamt wurden 60 m Rohrgeländer als Aufstiegshilfe und Anfahrschutz eingebaut. Eine halbkreisförmige Betonbank auf dem Hügel lädt zum Verweilen ein. Die Einfriedung des Biotops erfolgte mit einem 140 m langen Knotendrahtgeflechtzaun.

Bereich Hallmeyerstraße und Askanische Straße

Dieser Teilabschnitt des Roten Fadens grenzt im Nordosten an die Hallmeyerstraße, verläuft über das Gelände einer alten Gärtnerei und über die Freianlage des Finekellers. Er quert die alte Askanische Straße, verläuft unterhalb der Brauereibrücke und bindet dort auf den nächsten Abschnitt des Roten Fadens auf.
Diese Wegeführung ist ein Resultat mehrerer Entwürfe und Diskussionen. Beim Bau mussten auf der ca. 1.000 m² großen Fläche ungefähr 150 m² diverse Materialien aufgebrochen und entsorgt werden. Außerdem wurden etwa 200 m² Hecken gerodet und 70 m Zaunanlage zurückgebaut. Maste und Signale eines Eisenbahnvereins mussten an einen neuen Standort umgesetzt werden. Dieser ca. 180 m lange Teilabschnitt des Roten Fadens ist 2,50 m breit. Dafür wurden 450 m² Asphalttragschicht und 450 m² Asphaltbeton verbaut.
Entlang der Bahnlinie wurden auf einer 400 m² großen Fläche 20 Bäume gepflanzt. Außerdem entstand entlang des Geh- und Radweges eine Wiesenfläche von 500 m².

Wegeführung am Kraftwerk

Das fünfte Teilstück am Brückenbauwerk in der Askanischen Straße verbindet die Teile des Landschaftszuges in der Quellendorfer Straße mit den Patenflächen in der Johann-Meier-Straße. Da der Weg auch als Zufahrt zum Gelände der Dessauer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH und der „Kulturfabrik“ dient, wurde er in einer Breite von 4,50 m gebaut. Die südlich gelegene Freifläche wurde als Wildblumenwiese gestaltet.
Vorhandenen Befestigungen im Umfang von ca. 200 m² wurden zurückgebaut. Außerdem wurde ein 150 m langer Zaun mit einer Toranlage entfernt.

Umgestaltung nördliche Gartenstraße

Die nördliche Gartenstraße befindet sich im Osten des Landschaftszuges und wird von der Steneschen Straße und der Turmstraße begrenzt. Nach dem Abbruch der Wohngebäude in der Gartenstraße wurde auch die Verkehrsinfrastruktur nicht mehr benötigt und zunächst der südliche Teil der Straße zurückgebaut. Nun wurde mit dem Umbau der Fahrbahn im nördlichen Teil der Rückbau der Gartenstraße abgeschlossen. Teilstücke der Straße blieben als Spuren erhalten, ähnlich dem südlichen Abschnitt der Gartenstraße. Ein 2,50 m breiter Geh- und Radweg wurde asphaltiert. Eine neu entstandene Grünfläche erhielt eine Ansaat mit einer kräuterreichen Wiesenmischung aus heimischer Herkunft. Die südliche und östliche Seite dieser Fläche wurden mit einer 1,45 m breiten, die westliche mit einer 0,50 m breiten „Banderole“ aus Beton eingefasst. So konnten der besondere Charakter der ehemaligen Insel- und Ecksituation herausgearbeitet und der Umbau und die Neugestaltung erkennbar gemacht werden.
Für diesen Abschnitt des Roten Fadens mussten 455 m² Straßenbelag aufgebrochen und entsorgt werden. Der Gehweg wurde ebenfalls aufgebrochen. Auf einer Fläche von 445 m² wurden mehrjährige Stauden gepflanzt. Eine kräuterreiche Wiesenmischung aus gebietsheimischer Herkunft wurde auf 550 m² Fläche ausgebracht.

Unterhaltsarbeiten auf den übrigen Abschnitten

Dort wo auf der Route des Roten Fadens keine umfassenden Veränderungen stattfinden konnten, war es notwendig, die vorhandenen Wege so zu gestalten, dass diese ohne Hindernisse nahezu barrierefrei genutzt werden können. So wurden in der Hallmeyerstraße, Amalienstraße, Raguhner Straße, Wasserwerkstraße und in der Neuendorfstraße Bordanlagen abgesenkt und gerichtet. Weiterhin wurden Schäden in der Befestigung beseitigt, Senken ausgebessert und so eine Ableitung des Oberflächenwassers erreicht. In der Wasserwerkstraße wurde teilweise die desolate Oberflächenbefestigung des Radwegs entfernt und durch eine Asphaltdeckschicht ersetzt.
Dadurch hat sich nicht nur die Nutzungsqualität des Roten Fadens, sondern auch die Verbindung zum urbanen Kern Innenstadt für den „Langsamverkehr“ maßgeblich verbessert. Wichtige Orte im Alltagsangebot können nun durch Radfahrer, Fußgänger und vor allem durch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen besser und komfortabler erreicht werden.
 

Konzepte
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