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Vorsorgevollmacht

"Ein Betreuer darf nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist. Die Betreuung ist nicht erforderlich, soweit die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten, der nicht zu den in § 1897 Abs. 3 bezeichneten Personen gehört, oder durch andere Hilfen, bei denen kein gesetzlicher Vertreter bestellt wird, ebenso gut wie durch einen Betreuer besorgt werden können." 

 § 1896 Abs. 2 BGB (i. V. m. §§ 164 ff und 662 BGB)

Um in einer hilfsbedürftigen Situation einen Mensch seines Vertrauens an seiner Seite zu wissen, kann jede Person in Zeiten, in denen sie die Tragweite ihrer Entscheidungen noch erfassen kann, eine Vorsorgevollmacht erstellen.

Diese Befugnisse sollten schriftlich erteilt und unterschrieben werden sowie genau abgrenzte Aufgabenbereiche, in welchen man vertreten werden möchte, umfassen. Es besteht hierbei die Chance mehrerer Vertrauenspersonen, möglichst in einer Rangfolge, zu benennen, die einen später vertreten dürfen.

Der Vollmachtnehmer, welcher ein uneingeschränktes persönliches Vertrauen besitzen sollte, entscheidet dann für den Vollmachtgeber, wenn dieser selbst nicht mehr entscheiden kann. Das Tätigwerden des Berechtigten wirkt dann gleichermaßen, als würde die betroffene Person selbst handeln. Somit sind dessen Erklärungen rechtsverbindlich.
Das bedeutet, dass dann, wenn sich der Vollmachtgeber in einem Zustand befindet, in dem er nicht mehr für sich selbst Entscheidungen treffen kann, eine Betreuerbestellung in den bevollmächtigten Aufgaben nicht mehr notwendig ist.

Banken und Sparkassen haben ihre eigenen internen Vollmachten. Empfehlenswert ist es deshalb, der Vertrauensperson eine Zugriffsberechtigung vor Ort erteilen zu lassen, da Banken und Sparkassen vielfach nicht beglaubigte Vollmachten ablehnen.

Günstig ist die Aufbewahrung in den eigenen, dem Vollmachtnehmer zugänglichen, Unterlagen. Auch ist das Hinterlegen bei einer Vertrauensperson (Bekannter, Steuerberater, Notar) möglich. Wichtig ist, dass bei Eintritt des Betreuungsfalles die Vollmacht dem Bevollmächtigten zugänglich ist.

 

  Vordruck einer Vorsorgevollmacht (auf der Grundlage des Vordruckes des Bundesministeriums der Justiz)

 

Bei der Erstellung von Vollmachten stehend Ihnen die Mitarbeiter der Betreuungsvereine Dessau-Roßlau gerne beratend zu Seite.

 

Gemäß § 6 Abs. 2 BtBG ist  die Betreuungsbehörde befugt, Unterschriften oder Handzeichen auf Vorsorgevollmachten oder Betreuungsverfügungen für eine Gebühre von 10,00 € öffentlich zu beglaubigen. Dies kann im Einzelnen die Sicherheit der Anerkennung der Vollmacht im Rechtsverkehr erhöhen. 

 

 

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